Das Projekt Frühlingsmarkt
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Aktualisiert: vor 6 Tagen

Im vierten Quartal beschäftigen sich die Kinder mit dem Thema 'Garten'. Den Einstieg machte kurz vor den Ferien der Besuch bei einer Gartenbaufirma. Dort konnten die Kinder viele praktische Eindrücke sammeln und Neues entdecken.
Dieses Thema inspirierte zwei Kinder dazu, einen Frühlingsmarkt rund um Garten und Pflanzen zu organisieren. Die Idee stiess auf so viel Begeisterung, dass sich andere Kinder sofort dieser Idee anschlossen.
So entstanden ganz unterschiedliche Aufgaben: Einige Kinder kümmerten sich um die Produkte, die am Markt verkauft werden sollten. Sie stellten Samenbomben her, kreierten Verpackungen dazu, zogen verschiedene Sorten Setzlinge auf, bepflanzten Töpfe mit Kräutern und gestalteten frühlingshafte Dekorationen. Andere Kinder übernahmen den kulinarischen Bereich. Es entstand ein Popcornstand und ein Waffelstand. Auch das Marketing durfte nicht fehlen: Flyer und Plakate wurden gestaltet, um auf den Markt aufmerksam zu machen.
Doch schon bald wurde klar: Einen Markt für die Öffentlichkeit auf die Beine zu stellen, braucht deutlich mehr, als einfach schöne Produkte herzustellen. Der Aufwand, der hinter einem solchen Anlass steckt, wurde von allen ziemlich unterschätzt.

Die Aufzucht der Setzlinge war aufwendiger als gedacht. Es musste überlegt werden, wie viele Setzlinge und Samenbomben überhaupt benötigt wurden. Die Stände mussten vorbereitet und gestaltet werden. Für den Waffelstand brauchte es eine Speisekarte. Welche Angebote gab es, und für wie viele Personen mussten die Rezepte umgerechnet werden? Welche Waffelkreationen waren machbar, und welche waren für einen grossen Kundenandrang einfach zu aufwendig?

Und dann tauchten plötzlich Fragen auf, an die man am Anfang vielleicht gar nicht gedacht hatte: Wie funktioniert das Bezahlen? Bezahlt jede Person direkt am jeweiligen Stand? Braucht jeder Stand eine eigene Kasse? Wie verhindert man, dass das Bezahlen zu einem komplizierten Durcheinander wird?
Gemeinsam wurde nach einer Lösung gesucht. Schlussendlich entschieden sich die Kinder für ein Bon-System: Die Besucherinnen und Besucher erhielten an den verschiedenen Ständen Bons für ihre Einkäufe und bezahlten diese anschliessend an der zentralen Kasse. Kurzerhand wurden dafür ehemalige Papillon-Kinder aus der Oberstufe angefragt, die an der Kasse mithalfen.

Bei der Projektarbeit erleben Kinder, dass eine Idee nicht einfach von selbst Realität wird.
Der Frühlingsmarkt bot den Kindern ein vielseitiges Lernfeld. Sie konnten dabei ganz unterschiedliche Kompetenzen entwickeln und praktisch anwenden:
Planen und Organisieren: Das Gartenareal aus der Vogelperspektive zeichnen, die Marktstände einplanen und den Ablauf organisieren.
Recherchieren und Umsetzen: Rezepte und Anleitungen selbstständig recherchieren und praktisch umsetzen, zum Beispiel für die Herstellung von Samenbomben.
Gestalten und Kommunizieren: Flyer, Plakate, Speisekarten und Bons gestalten und Informationen verständlich vermitteln.
Pflanzenkunde: Verschiedene Sorten von Gemüsesetzlingen aufziehen, pflegen und ihre Bedürfnisse kennenlernen.
Kreativ und handwerklich arbeiten: Blumentöpfe bemalen, Dekorationen herstellen, Marktstände aufbauen und gestalten sowie Produkte ansprechend präsentieren.
Backen und Mengen planen: Speisen planen, benötigte Mengen und Zutaten berechnen
Kundenbedürfnisse erkennen: Sich überlegen, was Besucherinnen und Besucher an einem Markt interessiert, welche Produkte sie ansprechen und was einen Markt attraktiv macht.
Die treibende Kraft hinter einem Projekt
Bei unseren Projekten ist uns wichtig, dass die Initiative von den Kindern selbst ausgeht. Wir geben ihnen Raum für eigene Ideen und begleiten sie bei der Umsetzung. Gleichzeitig akzeptieren wir, dass nicht alle Kinder für dieselbe Idee brennen. Deshalb waren auch nicht alle Kinder der Klasse am Frühlingsmarkt beteiligt. Diejenigen, die sich freiwillig dafür entschieden haben, waren dafür mit Begeisterung und Engagement dabei.
Wo echtes Interesse und Eigeninitiative entstehen, braucht es keine Motivation von aussen. Was es braucht, sind Raum, Vertrauen und Begleitung.
Aus einer zunächst kleinen Idee entwickelte sich so ein richtiges Organisationsprojekt, bei dem viele verschiedene Aufgaben zusammenspielten.
Am Ende stand ein Markt, der vor allem eines gezeigt hat: Kinder können viel bewegen, wenn man ihnen etwas zutraut und ihnen den Raum dafür gibt.
























