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Selbst denken, selbst handeln – das macht Kinder stark für die Zukunft

Aktualisiert: 5. Jan.

Lehrpersonen, Eltern und Ausbildungsbetriebe sind sich einig: Schulabgängerinnen und Schulabgänger brauchen neben fachlichem Wissen vor allem Problemlösungsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationskompetenz sowie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Dieser Anspruch entspricht auch modernen Bildungszielen, wie sie beispielsweise in der Berufsbildung als Schlüsselqualifikationen formuliert werden. 

Daraus ergibt sich eine veränderte Rolle der Schule: Kinder sollen nicht mehr nur Wissen abrufen, sondern Kompetenz erwerben und in variablen Situationen handeln können. Begrifflich spricht man hier von Kompetenzorientierung – nicht nur reines Faktenwissen, sondern die Fähigkeit, Wissen in echten, komplexen Situationen anzuwenden.

Damit Kinder diese Kompetenzen wirklich entwickeln, müssen wir ihnen Freiräume geben, in denen sie selbst denken, experimentieren und eigene Erfahrungen machen dürfen. Wenn Kinder ständig nur Fremdaufträge ausführen, lernen sie vor allem Anpassung, nicht aber selbst zu denken.


Wer nicht scheitern will, wagt nichts. Wer nur brav das tut, was andere vorgeben, sammelt keine eigenen Erfahrungen – und erwirbt so auch kaum Kompetenzen.

Wie fördern wir Selbstständigkeit und Eigenverantwortung?

Wir schenken Vertrauen. Wenn wir unseren Kindern zutrauen, eigene Projekte zu starten, fördern wir ihre Selbstwirksamkeit. In unserem Quartalsthema „Handel“ verfolgen Schülerinnen und Schüler eigene Geschäftsideen.


Bäckerei

Zwei Mädchen haben vor dem Schulhaus eine kleine Bäckerei eröffnet. Ihre Kunden sind Nachbarn und vorbeilaufende Passant*innen. Deshalb musste alles gut geplant und organisiert werden.

  • Rezepte recherchieren und Mengen umrechnen

  • Einkaufslisten schreiben und den Einkauf organisieren

  • Preise kalkulieren und Wechselgeld bereithalten

  • Flyer gestalten und Werbung machen, damit möglichst viele Leute ihre Leckereien entdecken

  • Vorbestellungen aufnehmen und liefern


Durch dieses Projekt erleben die Kinder hautnah, wie spannend es ist, eigene Ideen umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und Probleme selbst zu lösen. Gleichzeitig erwerben sie Fähigkeiten, die weit über den normalen Schulstoff hinausgehen, von Organisation über Teamarbeit bis zu kreativem Denken.


Ludothek / Bibliothek („Ninels Spiel-und Leseglück“)

Zwei Kinder hatten die kreative Idee, ihre Spielsachen und Bücher zu vermieten. Ihre „Kunden“ sind die Mitschüler*innen, die ein Bibliotheks- oder Ludothek-Abo abschliessen können. Bezahlt wird mit dem Papillon-Spielgeld, das selbst produziert wird und jede Woche als Lohn an alle Kinder ausgezahlt wird – gleichzeitig wird damit auch die schulinterne Post betrieben.

Dieses Projekt ist ein echtes Lernabenteuer. Die Kinder wachsen an Aufgaben, die weit über den normalen Schulstoff hinausreichen – und die passenden To-dos und Fragen tauchen dabei ganz automatisch auf.


Die Firma braucht ein Logo und Werbung

  • Ein passendes Logo und der Flyer müssen kreiert werden


Preisgestaltung

  • Abos erstellen und verkaufen


Was ist, wenn Kinder Abos lösen und die Sachen nicht zurückbringen oder sie verloren gehen?

  • Strichcodes generieren und alle Spielsachen und Bücher damit kennzeichnen

  • AGBs, Rechnungen und Mahnungen schreiben 


Kundenmanagement

  • Führen der Abonnent*innen-Kartei

  • Organisation und Ablage von AGBs, Rechnungen und relevanten Unterlagen


Die Nachfrage ist da. Das Angebot wird erweitert

  • Das Sortiment muss der Zielgruppe angepasst werden. Die lokale Bibliothek in Aarburg dient als Lieferant von spannenden Büchern und Spielen



«Immer dann, wenn man sich für etwas begeistern kann, wird im Gehirn eine Art Giesskanne in Gang gesetzt, die einen Dünger freisetzt, der die im Zustand der Begeisterung besonders intensiv genutzten neuronalen Netzwerke zum Wachsen bringt.» Gerald Hüther

Die Forschung zeigt, dass unterrichtliche Ansätze mit Challenge-Based Learning – also projektbasiertes Lernen mit realen Herausforderungen – das unternehmerische Denken, die Kreativität sowie Planungsfähigkeit bei Lernenden deutlich fördern. 


Wenn Kinder begeistert ihre Projekte verfolgen, entsteht echtes und nachhaltiges Lernen. Unsere Rolle als Lernbegleiter*innen besteht vor allem darin, zu begleiten: Raum zu geben, zu beraten und zu unterstützen.

Auch Scheitern ist erlaubt! Nicht jedes Projekt wird ein Erfolg – und das ist völlig in Ordnung. Unsere Aufgabe ist es nicht, mit ihnen jeden Schritt zu planen oder jedes Projekt perfekt zu machen. Würden wir alles kontrollieren, würden wir den Kindern die wertvollste Erfahrung nehmen: die Erkenntnis, dass Scheitern ein wichtiger Teil des Lernens ist.


Weitere Unternehmen sind noch im Aufbau. Sobald sie eröffnen, gibt es hier die Bilder dazu.



 
 
 

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